Konzept Jugendfußball

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Vorwort:

In der heutigen Zeit besteht die Jugendarbeit eines Vereins nicht mehr nur aus der sportlichen Ausbildung der Jugendspieler. Vielmehr übernehmen die Sportvereine auch erzieherische Aufgaben und Verantwortung die weit ins gesellschaftliche Leben hineinreichen. Die Entwicklung der Persönlichkeit und das Vermitteln von wichtigen Werten, wie z. B. Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein usw., nimmt einen ebenso großen Stellenwert ein wie die sportliche Ausbildung. Anders gesagt: Wir bereiten den Nachwuchs nicht nur auf den Fußball, sondern auch ein Stück weit auch auf das Leben vor. Die JSG SüdCap unterstützt vornehmlich den Breitensport. In einer familiären Atmosphäre werden deshalb alle Spieler, unabhängig von ihrem fußballerischen Talent, gleichermaßen gefördert und integriert. Ohne den sportlichen Erfolg aus den Augen zu verlieren, stellen wir stets die Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen in den Vordergrund. Fußball ist längst kein reiner Jungensport mehr. Im Sinne eines Fußballangebots für alle Kinder und Jugendlichen hat bei uns der Mädchenfußball den gleichen Stellenwert wie der Jungenfußball.

Folgende Punkte haben wir uns zum Ziel gesetzt:

● Spaß am Fußball

● Erleben der Gemeinschaft

● Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung

● Hohe Identifikation mit der JSG SüdCap

● Alle Kinder und Jugendlichen sollen gerne Sport treiben und sich in der JSG             SüdCap 2013 wohl fühlen.

Wozu brauchen wir ein Jugendkonzept?

● Ohne Konzept ist alles von Zufällen abhängig, eine langfristige Planung ist nicht        möglich.

● Ein Konzept bietet die Möglichkeit, Ziele klar zu definieren.

● Ein Konzept ist auf die Sicherung der Zukunft unserer Spielgemeinschaft ausgerichtet und sorgt für eine positive Außendarstellung sowie Transparenz, sodass auch Eltern, Gönner und Sponsoren die Zusammenhänge besser verstehen und nachvollziehen können.

● Das Konzept soll den Jugendtrainern und -betreuern und Funktionären eine Art Wegweiser an die Hand geben.

Grundsätze:

● Unsere Jugendarbeit ist stets darauf ausgerichtet, Kinder und Jugendliche sowohl sportlich als auch menschlich zu schulen und zu entwickeln.

● Wir haben eine Verantwortung für die Kinder, die weit über den sportlichen Bereich hinausgeht.

● Kindern und Jugendlichen soll der Spaß am „Mannschaftsspiel“ Fußball vermittelt werden.

● Im Vordergrund steht die Entwicklung der Kinder und nicht der kurzfristige sportliche   Erfolg.

● Die Entwicklung der Persönlichkeit und das Vermitteln von wichtigen Werten wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein nehmen einen ebenso großen Stellenwert ein wie die sportliche Weiterentwicklung.

● Wir fördern Selbstsicherheit durch Anerkennung, konstruktive Kritik und fachliche und soziale Kompetenz.

Ziele:

● Kinder und Jugendliche sollen an den Fußballsport herangeführt und bestmöglich ausgebildet werden.

● Ein reibungsloser Übergang zwischen den Altersklassen muss gewährleistet sein.

● Wir möchten in allen Altersklassen dauerhaft mindestens eine Mannschaft für den Spielbetrieb melden.

● Ab der D-Jugend sollen die Kinder behutsam an den leistungsorientierten Fußball herangeführt werden

● Langfristig sollen junge, sportlich und charakterlich gut ausgebildete Fußballerinnen und Fußballer mit hoher regionaler Identifikation an die Aktivenbereiche der beteiligten Vereine abgegeben werden, um das Weiterbestehen der Vereine auf einer breiten Basis nachhaltig zu sichern.

● Die Jugendfußballspielerinnen und -spieler sollen sich bei der JSG SüdCap wohl fühlen.

● Auch Spielerinnen und Spieler, die fußballerisch weniger talentiert sind, sollen langfristig an die beteiligten Verein gebunden werden, um als Jugendbetreuer, Schiedsrichter oder Funktionär eingebunden werden zu können.

Um unsere Ziele zu erreichen, stellen wir auch Anforderungen an unsere Spieler und Jugendbetreuer

Anforderungen an die Spieler:

● Wir möchten Spielerinnen und Spieler, die eine positive Einstellung zum Fußballspielen und zum aktiven Sport im Allgemeinen haben.

● Wir möchten Spielerinnen und Spieler, für die Teamgeist kein Fremdwort ist.

● Wir möchten Spielerinnen und Spieler, für die ein sportlich-freundliches Auftreten auf und außerhalb des Spielfeldes eine Selbstverständlichkeit ist.

● Verhaltensregeln wie z. B. Fairness, Pünktlichkeit, Akzeptanz von noch nicht so spiel-starken oder behinderten Spielerinnen und Spieler, Sauberkeit, etc. sollen bereits bei den jüngsten Fußballerinnen und Fußballern eingeübt werden.

● Ab der D-Jugend bekommen unsere Spielerinnen und Spieler zusätzlich Verhaltens-grundsätze (siehe Anhang) überreicht, in denen die bereits bekannten Regeln erweitert und präzisiert werden.

Anforderungen an die Jugendtrainer und – betreuer:

Die Jugendtrainer der JSG SüdCap 2013 verstehen sich als Team. Sie sind sich ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen bewusst und haben in allen Bereichen eine Vorbildfunktion. Mit der Unterzeichnung eines Übungsleitervertrages machen die Trainer deutlich, dass Sie dieses Konzept mittragen und die Vorgaben einhalten.

Folgende Punkte werden von den Jugendtrainern und -betreuern stets vorgelebt:

● Zuverlässigkeit

● Pünktlichkeit

● Vorbildhafter Auftritt

● Positive Kommunikation

● Spaß am Sport

● Fairness gegenüber Schiedsrichtern und Gegnern, gerade bei Niederlagen

● Gleichbehandlung aller Kinder

Das Betreuerteam ist auch für die Kontaktpflege zu den Eltern der Spielerinnen und Spieler verantwortlich. Hier ist ein ständiger Austausch notwendig. Die Teilnahme an Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen des Westfälischen Fußballverbands (FLVW) und des Kreises Lüdinghausen werden begrüßt und unterstützt. Ein regelmäßiger Gedankenaustausch zwischen den Jugendtrainern ist sinnvoll und auch gewollt. Die Teilnahme an den monatlichen Trainersitzungen ist verpflichtend.

Trainingsinhalte:

Unser Jugendkonzept lehnt sich an die Ausbildungskonzeption des Deutschen Fußballbundes (siehe www.dfb.de) an. Darin sind aktuelle pädagogische und sportwissenschaftliche Erkenntnisse und Prinzipien berücksichtigt. Außerdem haben wir uns von Jugendkonzepten anderer Vereine inspirieren lassen. Der Deutsche Fußballbund unterscheidet vier Ausbildungsbildungsstufen, die aufeinander aufbauen. Die Übergänge sind dabei fließend und hängen in erster Linie vom Entwicklungsstand der Kinder ab. In jedem Fall stellen die vier Ausbildungsstufen aber einen roten Faden für die Gestaltung des Nachwuchstrainings da. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen beim Wechsel in die nächsthöhere Alters-klasse bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten mitbringen, auf denen dann wiederum, möglichst nahtlos, aufgebaut werden kann.

B+A-Juniorinnen und Junioren (15-18 J.):

Leistungstraining

Beginnende Spezialisierung

D + C- Juniorinnen und Junioren (11-14 Jahre):

Aufbautraining

Fußballspezifische, individuelle Schulung

E-Junioren + F/G- Juniorinnen und Junioren (7-10 Jahre):

Grundlagentraining/Vielseitigkeitsschulung

Entwicklung koordinativer Fähigkeiten

und spielerische, fußballspezifische Technikschulung

Minikicker und Bambini (3-6 Jahre):

Ball- und Bewegungsschule

Sportartübergreifende, allgemeine Bewegungsschulung

Über alledem stehen folgende Grundsätze:

● Das Kinder- und Jugendtraining darf kein reduziertes Erwachsenen-Training sein.

● Erstes Ziel im Jugendfußball ist die perspektivisch angelegte Ausbildung jedes einzelnen Spielers, nicht der kurzfristig Erfolg der Mannschaft.

● Meisterschaften und Siege sind zwar anzustreben, dürfen aber niemals Selbstzweck sein und auf Kosten der Förderung des einzelnen Spielers gehen.

Spielbetrieb:

Die Kinder werden grundsätzlich nach ihrem Alter den Mannschaften zugeteilt. Ausnahmen hiervon sind jedoch mit Zustimmung der Jugendtrainer und der Jugendleitung sowie der betroffen Eltern möglich.

Minikicker, G, F, E –Jugend:

● Es ist wünschenswert, dass die Kinder in dieser Zeit durchgängig von einem Betreuerteam betreut werden.

● Das Team steht im Vordergrund. Eine gleichmäßige Förderung aller Spieler ist langfristig der richtige Weg.

D, C, B, A Jugend:

● Ab der D-Jugend wird aus den leistungsstärkeren Spielern jahrgangsunabhängig eine Mannschaft gebildet.

● Spielschwächere Kinder spielen in der zweiten oder dritten Mannschaft. Hier ist darauf zu achten, dass diesen Mannschaften die gleiche Beachtung und Ernsthaftigkeit zu Teil wird wie der ersten Mannschaft. Eine gute Zusammenarbeit (zeitgleiches Training) zwischen den Trainern der gleichen Altersklasse muss gewährleistet sein.

Anforderungen an die Eltern:

● Dieses Jugendkonzept ist auch für die Eltern gedacht, um die Arbeit der JSG transparenter zu machen.

● Die Eltern sind ein wichtiger Bestandteil der JSG. Ohne sie ist ein funktionierendes Vereinsleben nicht denkbar.

● Zwischen dem Betreuerteam und den Eltern sollte ein vertrauensvolles Verhältnis bestehen.

● Die Eltern sind aufgefordert das Betreuerteam und die Kinder zu unterstützen durch Motivation, Lob und Anfeuern aller (nicht nur der eigenen) Kinder

● Unterstützung der Jugendbetreuerentscheidungen

● Die Jugendtrainer und -betreuer sind alle ehrenamtlich tätig und investieren große Teile ihrer Freizeit zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Konstruktive Kritik und Anregungen für Spiel und Training sind jederzeit willkommen, letztlich ist aber der Jugendtrainer für alle sportlichen Entscheidungen zuständig.

Liebe Eltern, tragen Sie durch Ihr Verhalten während eines Spiels dazu bei, dass Ihre Kinder mit Spaß, Freude und Begeisterung Fußball spielen. Wir haben als Hilfestellung im Anhang ein paar „Tipps für Erwachsene am Spielfeldrand“ notiert.

Schlusswort:

Das schönste Jugendkonzept bleibt nur ein Stück bedrucktes Papier, wenn es nicht gelebt wird. Um es in die Praxis umzusetzen, benötigen wir motivierte Menschen, die sich mit dem Inhalt auseinander-setzen, sich damit identifizieren und sich davon inspirieren lassen.

Dieses Konzept

● soll eine Hilfestellung für alle sein,

● ersetzt nicht die Eigenverantwortung des Jugendbetreuers,

● ist offen für neue Ideen, Anregungen, Ergänzungen und Kritik.

Auch ein Jugendkonzept „altert“ und muss von Zeit zu Zeit überprüft werden. Die Autoren hoffen, dass es – trotz der kurzlebigen Zeit, in der wir uns befinden – für eine gewisse Zeit Bestand hat.

Südkirchen & Capelle im Juni 2013

Die Jugendleitung der JSG SüdCap

Rüdiger Willms    Andreas Rottmann     Reinhard Metschies     Rainer Bolte     Julian Mertens